Verleihung des A-Stempels der regionale 2010 für die DLR-Forschungsanlage :envihab

Verleihung des A-Stempels der regionale 2010 für die DLR-Forschungsanlage :envihab

Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Klaus Hamacher, nahm den so genannten "A-Stempel der Regionale 2010" für das DLR-Projekt :envihab entgegen. Diese Auszeichnung erfolgte im Rahmen der Ausschuss-Sitzung der Regionale 2010 durch den Regierungspräsidenten Köln, Hans-Peter Lindlar. Die Regionale 2010 setzt im Auftrag des Landes NRW das Strukturförderungsprogramm für die Region Köln/Bonn um. Mit dem A-Stempel der Regionale 2010 wird das Projekt :envihab förderfähig.

Das DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin in Köln-Porz beabsichtigt den Neubau der wissenschaftlichen Forschungsanlage :envihab. Diese soll sich langfristig mit den komplexen Fragestellungen eines geschlossenen Lebenserhaltungssystems und der Wechselwirkung zwischen Mensch und Umwelt befassen. Im Rahmen der Regionale 2010 soll eine Forschungsanlage entstehen, die wissenschaftlichen Fortschritt und wirtschaftlichen Mehrwert für die Industrie liefert, der Nachwuchsförderung große Bedeutung beimisst sowie die Auseinandersetzung mit zentralen Zukunftsfragen für das Leben auf der Erde ermöglicht. Mit :envihab wird die medizinische Habitat-Forschung vorangetrieben und die Wissenschafts- und Wirtschaftsregion Köln-Bonn sowie das Land Nordrhein-Westfalen in Bezug auf Luft- und Raumfahrt nachhaltig gestärkt.

:envihab soll auf dem Gelände des DLR in Köln-Porz in unmittelbarer Nähe zum Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin und zum Europäischen Astronautenzentrum der Europäischen Raumfahrtorganisation ESA gebaut werden.

Simulation der Versuche beim DLR in Köln
Das DLR-Nutzerzentrum MUSC (Microgravity User Support Center) in Köln übernimmt bei diesen astrobiologischen Experimenten die operationelle Betreuung von EXPOE-E. Außerdem werden hier die gesamten flugbegleitenden Simulationen am Boden durchgeführt. Dazu werden zeitversetzt gleichartige Proben in einem fast identischen Instrument in der Planeten- und Weltraumsimulationsanlage des DLR ähnlichen Umweltbedingungen wie auf der ISS ausgesetzt. Die Expertise und die technische Simulationsanlage wurden in den vergangenen Jahrzehnten bereits für die Begleitung früherer, ebenfalls biologischer Weltraumexperimente aufgebaut. In den vergangenen Jahren wurde die Simulationsanlage für die Vorbereitung und Planung der EXPOSE-E Experimente angepasst und eingesetzt. Die Experimentieranlage EXPOSE-E auf der ISS bietet insgesamt Platz für 328 biologische und 80 chemische Proben. Außerdem sind so genannte passive Dosimeter zur Strahlungsmessung zwischen und unter den biologischen Proben angeordnet.

Nach Abschluss der Experimente wird EXPOSE-E in einigen Monaten wieder zur Erde zurück gebracht werden. Astrobiologen untersuchen dann die Veränderung der organischen Moleküle und die Fähigkeit der Organismen, den harten Bedingungen des Weltraums standzuhalten. Außerdem analysieren sie die Schäden, die die Organismen davongetragen haben. Daraus ergeben sich wertvolle Informationen zur Entstehung des Lebens auf der Erde und seiner möglichen Verbreitung im Sonnensystem.

Bringen Landekapseln irdisches Leben auf fremde Planeten?
Die Ergebnisse sind aber auch für das Vordringen zu anderen Planeten wie dem Mars von Interesse. Die Wissenschaftler wollen verhindern, dass mit zukünftigen Satelliten oder Landekapseln Organismen von der Erde zum Mars oder zu anderen Planeten gebracht werden. Dazu müssen sie besonders widerstandsfähige Organismen, die als "blinde Passagiere" den Flug durchs freie Weltall überleben, kennen. Die Wissenschaftler wollen die Überlebenswahrscheinlichkeit solcher Organismen quantifizieren und ihre Überlebensstrategien herausfinden. Nur so können sie Vorkehrungen treffen, um die besuchten Planeten vor einer Infizierung mit irdischem Leben zu schützen.

Bild: Bei der Aussuchssitzung der Regionale 2010: Klaus Hamacher, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Dr. Reimar Molitor, Geschäftsführer der Regionale 2010 Agentur, und Hans Peter Lindlar, Regierungspräsident der Bezirksregierung Köln (v. li. n. re.). | © DLR

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