Besichtigung der Deponie Leppe – neues Konzept lässt einen Staunen

Besichtigung der Deponie Leppe – neues Konzept lässt einen Staunen

Frauen aus verschiedenen Bereichen der Abfallwirtschaft folgten am 8. März 2013 der Einladung des DGAW-Vorstandsmitglieds Gabi Schock und erhielten einen Einblick in das Projekt „:metabolon“.

 

Das Netzwerk „Frauen in der Abfallwirtschaft“ der Deutschen Gesellschaft für Abfallwirtschaft e.V. (DGAW), in dem Ingenieurinnen, Technikerinnen, Juristinnen, Betriebswirtinnen, Hochschulprofessorinnen, Beraterinnen aus der privaten und kommunalen Abfallwirtschaft sowie Ministerien vertreten sind, hatte mit der Besichtigung der Zentraldeponie Leppe wieder ein interessantes Ziel für ein Treffen ausgewählt.

 

Besonders die Deponie-Expertinnen unter den Frauen der Abfallwirtschaft kamen ins Staunen: Nichts war mehr von dem „schmuddeligen Müllberg", der ehemaligen Zentraldeponie Leppe, übrig.

 

Frau Lichtinghagen-Wirths, Geschäftsführerin des Bergischen Abfallwirtschaftsverbandes, präsentierte das innovative Projekt „:metabolon", welches sie mit weiteren engagierten Mitstreiterinnen in den letzten Jahren im Rahmen der Landesinitiative „Regionale 2010: Gärten der Technik" umsetzte.

 

Der Wille zu „Kooperation", „Nutzen zu stiften", „Mehrwert zu schaffen", spornte enorm an und nur damit ist zu erklären, wie über 17 Mio. € Förderung in den vergangenen Jahren eingeworben werden konnten. Geld, das in einen hochmodernen Lernort für Schüler, aber auch für Forschende mit mehreren Versuchseinrichtungen und auch in das Bergische Energiekompetenzzentrum flossen.

 

So beteiligen sich am Bergischen Energie-kompetenzzentrum inzwischen u.a. die Kammern und Mitgliedsfirmen sowie die Energieagentur NRW und mehrere Kommunen.

Wer glaubt dies sei schon alles, der hat die Vernetzungsfähigkeit von Frau Lichtinghagen-Wirths unterschätzt: Sie lässt Freizeitaktivitäten zu, die andernorts nicht geduldet werden: Vom Mountainbiking über Rodeln bis zur Bienenzucht. Und so ist auch am Wochenende die ehemalige Deponie bestens besucht. Spätestens ab Ostern, wenn die Rodelbahn wieder freigegeben wird, hält es niemanden mehr im Umkreis zu Hause.

 

Die Ideen gehen auch zukünftig nicht aus. So ist man auf der Suche nach einem Unternehmen, das die Wärme des Biomassekraftwerkes nutzen kann. Dies würde dann die Deponie zu einem realen „nachhaltigen Gewerbegebiet" machen.

Aber auch so wurde das „Schmuddelkind Deponie" zum empfehlenswerten Freizeiterlebnis der Region, mit einem Einzugsbereich weit über das Bergische Land hinaus. Die Deponie Leppe ist ein Eldorado für Schüler, Doktoranden, Freizeitsuchenden und auch Abfallexperten.

 

Nach der Besichtigung tauschten sich die Frauen fachlich intensiv aus. So hielt Frau Prof. Dr. Kietz von der Hochschule Göttingen einen nicht minder spannenden Vortrag.

In der Fakultät für Ressourcenmanagement untersucht die Forstwirtschaftlerin die Aufzucht von Kurzumtriebsplantagen auf stillgelegten Deponien. So berichtete sie, dass es ein großes Interesse an ihren Forschungsergebnissen gäbe, da Ackerland nicht für „Trog“ und „Tank“ genutzt werden soll und sich daher Deponieflächen als begehrte Alternativen anbieten.

Das Bundesministerium für Landwirtschaft unterstützt Frau Prof. Kietz` Untersuchungen, um dem Ziel von bisher 5.000 ha auf 20.000 ha Kurzumtriebsfläche näher zu kommen.

Damit bewegt sich Deutschland am unteren Rand des Anbaus von Kurzumtriebspflanzen in Europa, denn um den bundesdeutschen Energiebedarf abzudecken, wäre eine Fläche von 3 Millionen Hektar nötig.

Deponien eignen sich aus vielfältigen Gründen hervorragend als Ersatzflächen: Sind es doch nährstoffreiche und warme Böden, die das Wachsen begünstigen. Stecklinge, die im vergangenen Jahr ausgebracht wurden, wuchsen im letzten Jahr auf 4,00m Höhe heran. Den Hauptvorteil sieht Frau Prof. Kietz jedoch in der Reduzierung der Sickerwassermenge und den damit verbundenen Kosteneinsparungen, insbesondere in der Vegetationsphase.

Natürlich existieren neben den Vorteilen auch Nachteile. So berichtete Frau Prof. Kietz von einem hohen Pflegeaufwand in den ersten beiden Jahren und empfiehlt daher einen großen Verbund der Deponien, um die Kurzumtriebsplantagen energetisch und wirtschaftlich sinnvoll nutzen zu können. So könnten „Bäume statt Müllberge“ zum alltäglich Bild in der Landschaft gehören.

 

Neben dem inhaltlichen Input war auch wieder der Erfahrungsaustausch und das Kennenlernen bzw. Kontakte knüpfen unter den anwesenden Frauen eine große Bereicherung für alle. Das positive Feedback spornt auch weiterhin an, die Frauen in der Abfallbranche mit solchen Veranstaltungen eines unabhängigen Netzwerkes zusammen zu bringen.

Das nächste Frauen-Netzwerktreffen der Deutschen Gesellschaft für Abfallwirtschaft e.V. wird vom 2. bis 4. Mai 2013 in Regensburg stattfinden. Interessentinnen können sich gerne bei der DGAW-Geschäftsstelle unter info@ce265d7bb19849ad96c94184b0b9753fdgaw.de melden.

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