Umweltminister Remmel: Kreis Vorzeigeregion bei Umsetzung der Energiewende - Spannende Diskussionen über viele Aspekte des großen Umbruchs

Umweltminister Remmel: Kreis Vorzeigeregion bei Umsetzung der Energiewende - Spannende Diskussionen über viele Aspekte des großen Umbruchs

„Die Energiewende kann nur gelingen, wenn alle mitmachen", erklärte Landesumweltminister Johannes Remmel bei der Veranstaltung „Energieregion gestalten - Rhein-Berg aktiv" am 02. September in Bergisch Gladbach.

 

Gleichzeitig lobte er den Kreis als eine Vorzeigeregion bei der Umsetzung dieser großen Herausforderung. Mehr als 150 Menschen, vornehmlich aus Politik und Unternehmen, folgten der Einladung von Kreissparkasse Köln, Rheinisch-Bergischem Kreis und Bergischem Energiekompetenzzentrum :metabolon in den Bergischen Löwen. Deutlich wurde dabei, dass die Energiewende vor Ort beginnt - und zwar durch die Bürger und die Unternehmen. Der Einsatz von erneuerbaren Energien, wie Sonne und Holz, oder höhere Energieeffizienz sind dabei Wege zum Ziel. Besonders Gebäude, die energetisch auf dem neuesten Stand sind, schonen das Klima. Denn 50 Prozent der Energie im Kreis wird für Wärme aufgewendet. Energetisch sanierte Häuser können diese Werte deutlich verringern, was Ressourcen schont und zur Reduktion des CO2-Ausstoßes führt. Die an den Gebäuden nötigen Arbeiten führen wiederum Handwerker und Unternehmen vor Ort aus, was die heimische Wirtschaft stärkt. „Wir vergeben jedes Jahr Förderkredite in Höhe von über 100 Millionen Euro in Sachen Energie", erklärte Gastgeber Alexander Wüerst, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Köln, und unterstrich damit einen Aspekt der Unterstützung seines Kreditinstituts für die Wende.


 
Sven Plöger: Agieren statt reagieren
„Der Klimaschutz ist eine Daueraufgabe, der wir uns widmen müssen", verdeutlichte Landrat Dr. Hermann-Josef Tebroke. „Die Aufgabe verlangt es, dass wir Ideen entwickeln, um nachfolgenden Generationen ein lebenswertes Umfeld zu hinterlassen." In verschiedenen Foren diskutierten die Teilnehmer, welche Möglichkeiten und Potenziale es im Rheinisch-Bergischen Kreis dafür gibt. Einen guten Einstieg in die erneuerbaren Energien bietet beispielsweise das Solardachkataster des Rheinisch-Bergischen Kreises, das in Kooperation mit der VR Bank eG Bergisch Gladbach entstand. Hauseigentümer finden im Internet (www.solare-stadt.de/rbk) schnell heraus, ob ihr Dach für die Produktion von Solarstrom geeignet ist. Zudem erhält der Benutzer erste Anhaltspunkte über Kosten und eine mögliche Rendite. Weiterhin wurde in einem der Foren darüber diskutiert, ob die Produktion von Solarstrom oder -wärme im Rahmen des neuen Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) noch rentabel ist. Dies konnte bejaht werden, allerdings muss man nun viel genauer rechnen und planen. Sven Plöger, aus dem Fernsehen bekannter Wetterfrosch, verdeutlichte die Kraft der Sonnen mit einer eindrucksvollen Zahl: „Die Sonne liefert 6.000 mal mehr Energie, als die Menschheit benötigt." Zudem machte er deutlich, dass die Energiewende in jedem Fall kommt. Spätestens dann, wenn die fossilen Rohstoffe enden. Vor diesem Hintergrund sei es besser, zu agieren, also Lösungen zu finden, als nur zu reagieren.


Weitere Foren informierten über das Haus der Zukunft aus energetischer Sicht. „Es ist energieautark und speist zudem noch die Batterie des Elektroautos in der Garage", erklärte Gerd Wölwer vom Rheinisch-Bergischen Kreis. Das Holzcluster Bergisch Land stellte das große Potenzial des heimischen Holzes vor. Denn dieses ist nicht vom Wetter und anderen kurzfristigen Einflüssen abhängig. Das Bergische Energiekompetenzzentrum :metabolon berichtete über sein breites Informationsangebot auf dem Entsorgungszentrum Leppe in Lindlar. Dieses zählt zu den modernsten Entsorgungsstandorten in Europa und ist zugleich ein Kompetenz-, Lern- und Innovationsort für Stoffumwandlung sowie Umwelttechnologien und -techniken. Dort präsentieren zudem viele Handwerksbetriebe aus der Region ihr großes Know-how rund um die erneuerbaren Energien. Interessierte können sich über die vielfältigen Möglichkeiten kompetent beraten lassen. „Niemand verlässt unser Gelände, ohne informiert worden zu sein", verrät Monika Lichtinghagen-Wirths vom Bergischen Abfallwirtschaftsverband mit einem Augenzwinkern. Dabei gibt es nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder entsprechende Angebote.


„Der Rheinisch-Bergische Kreis bietet sehr viel", zog Sven Plöger ein positives Fazit der Veranstaltung. „Jetzt gilt es, die Menschen für die notwendigen Veränderungen zu gewinnen."

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