Exkursionstagung: Flexibilität konkret – Aus der Praxis einer flexiblen Biogasanlage

Exkursionstagung: Flexibilität konkret – Aus der Praxis einer flexiblen Biogasanlage

Der Anteil erneuerbarer Energien der deutschen Stromversorgung soll laut Experten bis 2050 auf mindestens 80 Prozent angehoben werden. Die Energiebereitstellung aus Biomasse nimmt dabei auf absehbare Zeit eine Schlüsselrolle ein. Doch welche Chancen und Risiken verbergen sich in diesem Zusammenhang hinter dem Schlagwort „Flexibilisierung“ für Biogasanlagenbetreiber? Und welche Möglichkeiten eröffnen sich hierdurch im Hinblick auf die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit bestehender Anlagen? Welche rechtlichen Aspekte sind zu beachten?

 

Im Rahmen einer Exkursionstagung des Netzwerks Biomasse der EnergieAgentur.NRW in Kooperation mit dem Projekt :metabolon und der Landwirtschaftskammer NRW wurden diese Fragen durch Vorträge von Fachreferenten beantwortet und unter den Anwesenden diskutiert. Die Vortragsthemen erstreckten sich über die rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für flexible Biogasanlagen, die technischen Anforderungen sowie die Finanzierungsmöglichkeiten einer Nachrüstung.

 

Herr Dr. Gruber, Landwirtschaftskammer NRW, referierte über technische Herausforderungen bei der Umsetzung. Insbesondere wurden dabei Probleme die durch den diskontinuierlichen Betrieb der Blockheizkraftwerke entstehen, aufgezeigt. Ergänzend dazu gab es einen Referenten des Direktvermarkters NEXT Kraftwerkwe GmbH. Dieser präsentierte die dienstleistende Vermarktung des flexibel erzeugten Stroms in Biogasanlagen. Es wurde beschrieben, wie sich die Stromerlöse maximieren lassen, indem der Direktvermarkter in Abstimmung mit dem Betreiber die Anlagenfahrweise auf die stark schwankenden Strompreise abgestimmt. Aufgrund der schwankenden Börsenstrompreise ist es demnach sinnvoll, die Stromproduktion auf die Tageszeiten zu verlagern, in denen an der Börse ein hoher Strompreis vorliegt. Bei konstant bleibender Gesamtenergieproduktion wird im Ergebnis ein deutlich höherer mittlerer Stromerlös erzieht als dies bei kontinuierlichem Betrieb der Fall ist. Zudem wurde davon berichtet, dass Anlagenbetreiber mit zunehmendem Flexibilisierungsgrad einen Flexibilitätszuschlag zugesichert bekommen, der über 10 Jahre zugesichert wird und damit den Anreiz zur Flexibilisierung bieten soll. Des Weiteren sind rechtliche Aspekte zu beachten, über die im Anschluss Herr Drocher vom Fachverband Biogas e. V. vorgetragen hat. Einbezogen wurden die auf dem Erneuerbaren Energien Gesetz basierenden Vorgaben für den Betrieb von Biogasanlagen. Da die Flexibilisierung in der Regel mit einer Leistungserweiterung einhergeht, sind für den Betreiber meist hohe Investitionen zu tätigen. Deren Finanzierungsmöglichkeiten wurden abschließend durch den Vortrag von Herrn Reimer, Deutschen Kreditbank AG, aufgezeigt.

 

Einblicke in die Praxis eines Anlagenbetreibers wurden im Anschluss an die Vorträge durch die Besichtigung einer flexiblen Biogasanlage auf einem landwirtschaftlichen Betrieb ermöglicht. Dort wurden Erfahrungen durch die praktische Umstellung auf den flexiblen Anlagenbetrieb mitgeteilt und diskutiert.

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